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Cremehonig: Was ist das, und wie wird Honig cremig?
Cremehonig ist streichfähig, tropft nicht vom Brot und bleibt auf dem Löffel stehen. Viele glauben, da wird etwas untergemischt oder er wird schaumig geschlagen. Tatsächlich ist nichts als Honig drin: Der Unterschied liegt in den Kristallen.
Was unterscheidet Cremehonig von „normal“ kristallisiertem Honig?
Fast jeder echte Honig kristallisiert früher oder später: Der Traubenzucker darin fällt als winzige Kristalle aus. Ob daraus ein grober, körniger Block oder eine seidige Creme wird, hängt von der Größe dieser Kristalle ab.
Im Cremehonig sind die Kristalle so klein, dass die Zunge sie nicht einzeln spürt – darum wirkt er cremig und samtig. Honig, der von selbst langsam kristallisiert, bildet oft größere, knackige Kristalle. Zusammengesetzt sind beide gleich – nur die Konsistenz ist anders.
Welcher Honig wird von selbst cremig?
Wo viel Traubenzucker drin ist, kristallisiert Honig schnell und fein. Darum wird Rapshonig innerhalb von Tagen oder Wochen von selbst cremig. Honige mit mehr Fruchtzucker kristallisieren langsamer und oft gröber, und Akazienhonig kann ein, zwei Jahre flüssig bleiben.
Blütenhonig kristallisiert je nach Blüten einmal feiner, einmal gröber – das entscheidet die Natur jedes Jahr neu.
Wie wird Cremehonig gemacht?
Das Verfahren hat Elton J. Dyce von der Cornell University 1928 entwickelt. Der Kern ist das „Impfen“: Unter flüssigen Honig werden etwa 10 Prozent fein kristallisierter Honig gemischt. Der flüssige Honig übernimmt dann Größe und Form der Kristalle des Impfhonigs.
Auch die Temperatur zählt: Am besten kristallisiert Honig bei etwa 14 °C. Bei dieser Temperatur wird er in rund einer Woche cremig. Danach bewahrt man ihn am besten kühl auf, damit er seine Konsistenz lange behält.
So probierst du es zu Hause
Du brauchst ein Glas flüssigen Honig und etwas cremigen Honig, zum Beispiel Rapshonig:
- Hat der flüssige Honig schon zu kristallisieren begonnen, im lauwarmen Wasserbad bei höchstens 40 °C ganz schmelzen und auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.
- Ein Zehntel cremigen Honig unterrühren (100 g auf 1 kg Honig). Gründlich, aber langsam rühren, damit möglichst wenig Luft hineinkommt.
- In saubere, trockene Gläser füllen und an einen kühlen Ort mit etwa 14 °C stellen – eine kühle Speis oder ein Keller passt, der Kühlschrank ist zu kalt.
- Nach etwa einer Woche ist er fertig. Auch danach kühl lagern.
Weiße Flecken am Glas? Kein Problem
An der Glaswand von cremigem oder kristallisiertem Honig zeigen sich manchmal weiße, blütenartige Muster. Das sind Spuren winziger Luftbläschen und schrumpfender Kristalle, die Qualität leidet darunter nicht. Wer lieber flüssigen Honig möchte, kann auch Cremehonig im lauwarmen Wasserbad schmelzen – es gelten dieselben Regeln wie für jeden kristallisierten Honig.
Beim Backen und im Tee verhält sich Cremehonig wie flüssiger: Im Teig für Lebkuchen oder in einem warmen Häferl Tee schmilzt er.
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